"Das Camp!" ist gestartet!

außerbetriebliche Fortbildung

Alle klagen über den Nachwuchsmangel im Handwerk. Als Lackgroßhändler könnten wir uns bequem zurücklehnen. Es ist ja nicht unser Problem.

Aber täglich erfahren unsere Fachberater und ich, wie dringend das Problem ist.

Darum haben wir die Initiative ergriffen: 

Wir sitzen in einem Boot!

Zehn Bewerber wurden ins „Camp“ aufgenommen. Seminarort war eine Jugendherberge am Tegernsee.

Das Camp richtet sich an förderungswürdige Auszubildende im 1. Lehrjahr. In jedem Ausbildungsjahr ziehen sich die Jugendlichen für je eine Woche ins Camp zurück.

Während im 2. und 3. Jahr die Vorbereitung auf die Zwischen- und Abschluss-Prüfung im Vordergrund steht, war die erste Woche für die Novizen geprägt von Rhetorik und eine Einführung in die Spritzpistolentechnik und Coloristik.


Herzlichst

Roger Staneczek und Stefanie Brückner
Geschäftsführer und Assistenz
Artur Gevelhoff Autolacke GmbH


Rhetorik, Produkt-Know how, Coloristik-Grundkenntnisse

Für zwei Tage hat die Firma Gevelhoff externe Experten in die Jugendherberge an den Tegernsee geholt: den Rhetorik-Trainer Helmut Kutschbach. Er übte mit den jungen Leuten den Umgang mit Konflikten und das sichere Auftreten im Kundengespräch.

Der zweite Experte ist der eigentliche Erfinder des Camps Andreas Keller. Er begann seinen Berufsweg in den 70er Jahren bei der Marke mit dem Stern.

Keller: „Erst recht heute ist die kommunikative Kompetenz enorm wichtig. Das kommt in den Ausbildungsrichtlinien allenfalls am Rande vor. Die Beweggründe sind klar: das Gespräch mit Gesellen, oder gar Kunden sollte stets von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Gesprächskompetenz hilt auch beim Vier-Augen-Gespräch mit dem Chef.“



 „Die rein fachliche Kompetenz“, so Staneczek, „reicht heute nicht mehr aus,

um im Lackiererberuf erfolgreich zu sein.

 

Die Azubis müssen zusätzliche Fähigkeiten erwerben.

Besonders wichtig ist die kommunikative Kompetenz.“


Im Team bis an die Belastungsgrenze

Bei allem Training kam das Miteinander nicht zu kurz.

„Zusätzlich zum Programm“, so Staneczek, „hatten die Azubis die Möglichkeit, ihre Freizeit gemeinsam aktiv zu gestalten. Geo-Caching und besonders im Kletterwald waren physische und mentale Stärke gefragt.“



Besuch der Meisterschule in München

Ein halbtägiger Ausflug in die Meisterschule in München rundete die Tagung ab. Die Fachlehrer schilderten den Studiengang sowie die sinnvollste Vorgehensweise nach Ablegen der Gesellenprüfung.
So wurde empfohlen, die Prüfung nicht zu früh anzugehen.

Statt dessen sollte zunächst Berufserfahrung gesammelt werden, um das handwerklichen Fundament für die Meisterausbildung zu setzen.
Besonders interessant war für die Teilnehmer, dass sie die Ausbildung nicht komplett aus eigenen Mitteln stemmen müssen, sondern öffentliche Fördermöglichkeiten bestehen, die einen Großteil des Finanzbedarfs decken.



Lebenshilfe & Museumsbesuch: soziale Verantwortung & Spaß


1000 Dank an die Lebenshilfe-Werkstatt München, deren leckeren Kaffee man hier beziehen kann: www.moccasola.de 


„Das Camp soll neben dem Handwerkszeug auch menschliches Rüstzeug bieten.

Neben dem Besuch in unserem Stützpunkt mit coloristischer Schulung und Informationen über die Geschichte und Gegenwart der Lacke gehört deshalb auch der Blick über den Tellerrand zum Programm: Lack in Kunst, Architektur und Lifestyle: wir besuchten die BMW-World und waren zu Gast in der Holzkirchener Lebenshilfe.“

 

Den Horizont erweitern ist ganz prägend für die jungen Menschen. Wir sind dort mit einem mulmigen Gefühl hinein, denn der Umgang mit geistig behinderten Menschen ist ungewohnt. Am Ende war's für alle eine fröhliche und erleichternde Erfahrung.

 

 


Detail-Infos

3 Jahre je 1 Woche

  • Teamfähigkeit
  • gutes Auftreten vor Kunden 
  • mit Kritik umgehen können
  • Vorbereitung auf die Zwischenprüfung
  • Vorbereitung auf die Abschlussprüfung 
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